In Ermangelung eines prägnanten deutschen Begriffs wird im allgemeinen der amerikanische Begriff "Custom Guns" für Feuerwaffen verwendet, die individuell nach den Wünschen und Anforderungen des Nutzers angefertigt oder modifiziert werden. Im Gegensatz zu Serienwaffen, die in großen Stückzahlen produziert werden, sind Custom Guns maßgeschneiderte Unikate oder stark angepasste Modelle. Die Anpassungen können sowohl ästhetische, als auch funktionale Aspekte umfassen, wie z. B. spezielle Griffe, Visiere, Abzugsmechanismen, Läufe oder Gravuren.
Übersicht
Betrachtung wesentlicher Aspekte
Anpassung an den Einsatzzweck
Der vorgesehene Einsatzzweck bestimmt die Ausführung der Waffe in allen Aspekten. Daher ist es notwendig, vor allen weiteren Überlegungen das Einsatzspektrum festzulegen und zu priorisieren (z.B. Gamsjagd oder Schießstand). Danach werden die weiteren Eigenschaften der Waffe definiert (z.B. maximale Abmaße und Gewicht, Lauflänge und -material, Systemtyp, Schafttyp und - material, Abzug, Visierung und Optik, etc.)
Anpassung an den Schützen
Nur mit einer Waffe, mit der man sich wohlfühlt, schießt man gut und gerne. Die Waffe soll in ihren Abmaßen, Gewicht und Form dem Körperbau angepasst sein. Die Handhabungsvorlieben bestimmen auch Waffentyp und Systemauswahl (klassischer Repetierer, Kipplauf, Selbstlader etc.).
Verbesserung der Schußleistung
Aufeinander abgestimmte Komponenten wie Abzug, Lauf, Verschlußsystem und Schaft verbessern die Präzision der Waffe.
Design
Ein gefälliges Design, ausgelegt nach dem Geschmack des Kunden, macht die Waffe zu einem Unikat und zu einem persönlichen Gegenstand.
Kosten
Die Kosten sind in der Regel höher als bei Serienwaffen. Sie werden durch die Auswahl der Komponenten und durch die notwendigen Arbeiten bestimmt. Gravuren können die Kosten enorm steigern.
Fazit
Custom Guns bieten einen erheblichen Mehrwert für den Schützen.
Die sorgfältige Abstimmung der obengenannten Punkte ist Voraussetzung für das Gelingen des Projekts und die spätere Zufriedenheit mit der Waffe. Ist ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis jedoch nicht erzielbar, ist es sinnvoll auf eine Standardwaffe zurückzugreifen.
Grundsätzlich kann jede Waffe umgebaut und verbessert werden. Einige dieser Umbauten finden Sie auf meiner Projektseite.
Beginnt man jedoch mit einem leeren Blatt, greife ich lieber auf zuverlässige Basissysteme zurück, welche die Verwendung von einer großen Palette von Standardkomponenten ermöglichen (Läufe, Schäfte, Abzüge, Visierungen und sonstiges Zubehör). Damit sind fast alle Wünsche innerhalb eines akzeptablen Kostenrahmens erfüllbar.
Hier stütze ich mich im wesentlichen auf Remington™ 700 kompatible Systeme (Modell 700 Footprint). Dieses ermöglicht die Nutzung einer Vielzahl von Modell 700-kompatiblen Zubehörteilen wie Schäften, Abzügen, Zielfernrohrmontagen und Läufen. Den Variationen und individuellen Anpassungsmöglichkeiten sind praktisch keine Grenzen gesetzt.
Kelbly Repetiersysteme Prometheus
Kelbly Rifles ist ein renommierter Hersteller hochwertiger Custom-Gewehre und Verschlussgehäuse, speziell für Präzisionsschießen wie Benchrest, F-Class, taktische Anwendungen und Jagd. Ihre Repetiersysteme zeichnen sich durch exzellente Verarbeitung, enge Toleranzen und hohe Zuverlässigkeit aus. Kelbly bietet verschiedene Verschlussgehäuse wie Prometheus, Nanook, Atlas, Atlas Tactical und Panda, die für unterschiedliche Kaliber und Anwendungen optimiert sind. Diese Systeme sind für ihre glatte Handhabung, robuste Konstruktion und Kompatibilität mit Remington 700 Footprint Stocks bekannt.
Das Kelbly Prometheus Verschlussgehäuse ist speziell für taktische Anwendungen mit Remington 700™ Footprint entwickelt worden. Es verfügt über eine durchgehende MIL-SPEC Picatinny-Schiene (20 MOA bei Short/Long Action, 35 MOA bei .338 Long Action) und einen integrierten Rückstoßstollen. Das Gehäuse ist mit einem BlackNitride-Finish versehen. Es ist kompatibel mit AICS/AW-Magazinen, unterstützt verschiedene Stoßböden (.222, bis .338 Lapua Magnum) und ist erhältlich in Short und Long Action Versionen.


Für weitere Informationen rufen Sie mich an oder besuchen Sie bitte die Website des Herstellers
P.E.A.C.E ORS1 System
Das System im allgemeinen habe ich bereits auf meiner Produktseite vorgestellt. Deshalb gehe ich hier nur auf einige Besonderheiten ein.
Im gegensatz zu konventionellen Systemen (K98, Sako, etc.) veriegelt die Kammer in einer Laufhülse, in die wiederum der eigentliche Lauf eingeschraubt wird. Hierbei wird auch der richtige Verschlußabstand vom Büchsenmacher einreguliert. Damit bilden Lauf, Laufhülse und Kammer ein aufeinander abgestimmtes, gasdichtes System. Die Klemmung in der Systemhülse wird nicht gasdruckmäßig belastet und die Laufeinheit kann vom Schützen ohne Fachkenntnisse gewechselt werden. Das Konzept der Laufhülse ermöglicht mir, auch für bereits vorhandene ORS-1 Systeme, Wechselläufe in Wunschkalibern -längen und -konturen anzubieten.



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Strasser RS 700 Geradezugsystem
Der RS 700 Geradezugverschluß arbeitet mit einem radialen Verschlusßsystem, das durch vier massive Radialelemente aus vergütetem Stahl verriegelt wird. Dies sorgt für eine weiche, schnelle und kraftsparende Handhabung; ideal für die Jagd (z.B.Drückjagd) und Präzisionsschießen. Das System basiert technisch auf dem bewährten Strasser RS 14 System, wurde jedoch für die Remington™ 700 (short action) optimiert. Dies kombiniert die Vorteile des Geradezugsystems (schnelle, einfache Handhabung ohne Drehbewegung) mit der weltweit verbreiteten Zubehörvielfalt des Modells 700. Damit sind auch alle für das Modell 700 konzipierten Abzüge und Schäfte nutzbar.
Mit Auswurföffnungen an beiden Seiten ist das System beidseitig bedienbar, was es ideal für Links- und Rechtshänder macht. Der Verschlußanschlag ist auf links umbaubar und nutzt die Kammergriffausparung eines Modell 700 Schaftes. Die Rückstoßplatte entspricht den Spezifikation des Modells 700.
Das System ist für alle Kaliber verwendbar, welche die Gesamtpatronenlänge von 75 mm nicht überschreiten (z.B. .222 Rem., .223 Rem., .300 AAC BLK, 6mm BR Norma, .308 Win., 6,5 Creedmoor, 6,5 PRC etc.).
Die Systeme sind hervorragend verarbeitet. Die gesamte Fertigung ist prozeßsicher und entsprich Luft- und Raumfahrtstandards (CNC-Fertigung, Qualitätssicherung, Konfigurationsmanagement, fertigungsbegleitende Dokumentation und Checklisten, sowie ISO-Zertifizierung).






Strasser RS700 mit handlamierten Carbonlauf aus eigener Produktion, Kaliber: 6,5 Creedmoor, Gewicht wie im Bild gezeigt: 2150g

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Voere X3/X4
Gewehrläufe
Mit wenigen Ausnahmen verwende ich Lothar-Walther-Gewehrläufe. Die Firma Lothar Walther hat sich auf die Fertigung von spanlos gezogenen (kaltfließgepressten) Läufen spezialisiert, die aus Spezial-Gewehrlaufstahl oder rostfreiem Stahl in über 240 Kalibern für Gewehre, Pistolen, Revolver und Luftdruckwaffen hergestellt werden. Diese Läufe sind sowohl für Nitro- als auch für Schwarzpulver geeignet und werden für ihre außergewöhnliche Treffgenauigkeit geschätzt.
Die Produkte sind für ihre Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Vielseitigkeit bekannt, wobei individuelle Konfigurationen über die „Custom Made“-Option möglich sind, um spezifische Anforderungen an Außengeometrie, Länge, Werkstoff oder Kaliber zu erfüllen. Durch Verwendung von Laufrohlingen kann ich noch über das angebotene Sortiment hinausgehen.
Lothar-Walther-Gewehrläufe sind spannungsfrei geglüht, sodaß sie sich bei der Weiterverarbeitung nicht verziehen.
Daher verwende ich sie ausschließlich bei der Fertigung meiner Carbonläufe, auf die ich im folgenden im Detail eingehen möchte.
Carbon-Läufe
Der Begriff "Carbonlauf" an sich ist irreführend , da die Laufseele weiterhin aus Stahl besteht, welche von einem Carbonmantel umgeben ist. Der Begriff "mit Carbon-Verbundmaterial ummantelter Gewehrlauf" wäre besser, aber da sich die einfachere Bezeichnung "Carbonlauf" eingebürgert hat, werde ich diese im folgenden verwenden.
Carbonverbundmaterial, auch bekannt als kohlenstoffaserverstärkter Kunststoff (CFK), ist ein hochfester, leichter Werkstoff, der aus Kohlenstofffasern und einer Matrix, meist Kunstharz wie Epoxid, besteht. Die Kohlenstofffasern sorgen für außergewöhnliche Festigkeit und Steifigkeit, während die Matrix die Fasern bindet und schützt. CFK zeichnet sich durch ein hervorragendes Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht, Korrosionsbeständigkeit, gute Dämpfungeigenschaften und Formbarkeit aus, was es ideal für Anwendungen in Luft- und Raumfahrt, Automobilbau, Sportgeräte und Bauwesen macht. Die Herstellung erfolgt durch Schichtung der Fasern in spezifischen Orientierungen, gefolgt von Imprägnierung und Aushärtung.
Bei der Verwendung als Laufmantel wirken sich besonders die hohe Steifigkeit, Dämpfung der Laufschwingungen und geringes Gewicht besonders vorteilhaft aus. Je nach Lauflänge und Kaliber können bis zu ca. 50% Gewichtsersparnis erreicht werden. Die negativen Effekte unterschiedlicher Wärmeausdehnungskoeffizienten (Stahl/CFK) werden von mir konstruktiv unterbunden.
Alle meine Carbonläufe entstehen in Handarbeit unter Verwendung von CFK-Prepregs im folgenden Fertigungsverfahren.
- 1. Berechnung der Laufseelenkontur nach Gasdruckverlauf des entsprechenden Kalibers (mit Sicherheitsfaktor 2).
- 2. Festlegung der Außenkontur und der CFK-Lagenstruktur
- 3. Bearbeitung des Laufrohlings (Kontur, Laufgewinde, Patronenlager etc.)
- 4. Verschlußabstand herstellen und amtlicher Beschuß. Damit ist die Sicherheit der Waffe auch ohne Mantel gewährleistet.
- 5. Aufbringen der CFK-lagen. Jede Lage wird einzeln zugeschnitten, aufgebracht und komprimiert. Hier können je nach Kontur bis zu 40 Lagen notwendig sein. Zwischenhärten je nach Dicke.
- 6. Herstellen der Außenkontur auf der Drehmaschine
- 7. Aufbringen und härten der Sichtlage.
- 8. Schleifen und versiegeln.

Warenzeichen : Remington™ ist ein Warenzeichen der Firma Ammunition Operation LLC, Timney™ ist ein Warenzeichen der Firma Heinz Henke
Cerakote™ ist ein Warenzeichen der Firma NIC Industries Inc.
Wird fortgeführt